Im Wettbewerb um Fachkräfte bleibt fast ein Drittel des Mittelstands auf LinkedIn ohne Beitrag

Die Branche beklagt einen Mangel an Fachkräften, zugleich hat fast ein Drittel des Mittelstands ein Jahr lang keinen LinkedIn-Beitrag veröffentlicht. Rund vier von zehn dieser Unternehmen schreiben offene Stellen aus, auf LinkedIn selbst allerdings nur ein kleiner Teil.

Teil der Branchenanalyse Chemie und Pharma 2026454 Unternehmen, Oktober 2025 bis September 2026Lesezeit rund 6 Minuten

Fast ein Drittel des Mittelstands veröffentlicht ein Jahr lang nichts

Von 259 Mittelständlern mit 50 bis 249 Beschäftigten und eigener Unternehmensseite haben 83 zwölf Monate lang keinen einzigen Beitrag veröffentlicht. Der Anteil liegt in der Chemie bei 32 Prozent, in der Pharma bei 33 Prozent. Bei größeren Unternehmen ist eine stille Seite die Ausnahme.

Unternehmensseiten ohne einen Beitrag im Jahr
Chemie, 50 bis 249
32 %
Pharma, 50 bis 249
33 %
250 bis 999
6 %
ab 1.000
2 %

Wer sich vor einer Bewerbung über einen dieser Mittelständler informiert, findet auf der Unternehmensseite keinen Beitrag aus dem vergangenen Jahr. Gerade diese Unternehmen sind am Arbeitsmarkt in der Regel wenig bekannt.

Vier von zehn stillen Mittelständlern schreiben offene Stellen aus

Das Schweigen auf LinkedIn geht nicht mit fehlendem Personalbedarf einher. Am Stichtag 21. Oktober 2026 hatten 32 der 83 stillen Mittelständler insgesamt 141 offene Stellen auf LinkedIn oder Indeed ausgeschrieben. Von den 176 aktiven Mittelständlern suchte zum selben Zeitpunkt die Hälfte Personal, 88 Unternehmen.

32 von 83stillen Mittelständlern schreiben offene Stellen aus
141offene Stellen dieser Unternehmen
13davon inserieren auf LinkedIn selbst

Auffällig ist der Kanal. Auf LinkedIn selbst inserierten nur 13 der stillen Unternehmen, auf Indeed doppelt so viele. Die Stellen sind damit vorhanden, im Netzwerk der Fach- und Führungskräfte erscheinen sie jedoch überwiegend nicht.

Stellenanzeigen auf LinkedIn und Indeed Deutschland, Stichtag 21.10.2026, Zuordnung über die LinkedIn-Seite bzw. den Arbeitgebernamen mit Handprüfung. Karriereseiten und weitere Jobbörsen sind nicht erfasst, die Werte sind daher Untergrenzen.

Recruiting-Anzeigen zielen vor allem auf den Heimatmarkt

In der bezahlten Reichweite spielt das Format Stellenanzeige kaum eine Rolle. Von 5.875 Anzeigen liefen 84 in diesem Format, das entspricht 1,4 Prozent. Inhaltlich richten sich dagegen 18,6 Prozent der Anzeigen an künftige Beschäftigte, die meisten davon als gewöhnliche Bild- oder Videoanzeige. Unterhalb der Konzerne liegt dieser Anteil bei zwölf Prozent.

Zweck der Anzeigen, Anteil an der Zahl der Anzeigen
Produkt und Lösung
37 %
Marke und Fachthemen
29 %
Recruiting und Arbeitgeber
19 %
Veranstaltung
11 %

5.875 Anzeigen von 117 Unternehmen, Zweck durch Lesen jedes Anzeigentexts eingeordnet. Anteil an der Zahl der Anzeigen, nicht am Budget, ohne die Kategorie Sonstiges.

Je nach Zweck verteilen sich die Impressionen unterschiedlich auf die Länder. Während insgesamt nur rund ein Viertel der Impressionen auf Deutschland entfällt, sind es bei Recruiting-Anzeigen 45 Prozent, bei Produktanzeigen 14 Prozent. Um Fachkräfte wirbt die Branche demnach vor allem im Heimatmarkt. Für den Mittelstand ergibt sich daraus ein Ansatzpunkt, da der bezahlte Wettbewerb innerhalb der Branche im deutschen Markt gering ist.

Einblicke in Arbeit und Team stehen im Mittelpunkt

Für die Gewinnung von Fachkräften empfiehlt es sich, die Arbeit selbst zu zeigen: Anlage, Labor, Projekte und Ausbildung, vor allem aber die Menschen, mit denen neue Beschäftigte zusammenarbeiten würden. Nach der Erfahrung von tom&lea folgen Bewerbende eher Personen als Stellenanzeigen.

Die übrigen Teile der Analyse stützen diesen Ansatz. Bildstrecken aus dem Unternehmen erzielen mehr Resonanz als Text und Links, wie der Beitrag Format und Thema im Datentest zeigt. Beiträge über Arbeitgeber und Team erreichen auf allen Ebenen mindestens den typischen Wert. Die Beschäftigten veröffentlichen bereits mehr als doppelt so viel wie ihre Unternehmen, mehr dazu im Beitrag Die Belegschaft als größter Kanal der Branche. Eine offene Stelle gewinnt zudem an Aussagekraft, wenn die suchende Führungskraft sie selbst vorstellt.

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tom&leaStudie Chemie und Pharma 2026
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