
Eine Steuerberatungs-Boutique in Karlsruhe konkurriert um dieselben Fachkräfte wie die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Diese Zielgruppe sucht nicht aktiv, liest keine Karriereportale und steht bei einer regionalen Kanzlei selten von selbst auf dem Schirm. Der klassische Weg über Personalberatungen kostet bei einer Besetzung auf Partner-Ebene ein Vielfaches dessen, was eine Boutique dafür ansetzen kann. Und die Kanzlei will mehr als Stellen besetzen: Sie will in einer Branche, die sich über Jahrzehnte aufgebaut hat, eine eigene Position gegen die Big Four aufbauen.
LinkedIn ist zum verlässlichen Recruiting-Kanal geworden: rund zehn qualifizierte Anfragen pro Monat, in einem Markt, in dem alle um dieselben Fachkräfte werben. Möglich macht das eine Reichweite von 1,8 Millionen bei einem Tausenderkontaktpreis von rund 7 €. Über denselben Kanal kam der Kontakt zu Hans-Martin Eckstein, der gemeinsam mit RPS Tax als CEO für die Gruppe agieren könnte.
RPS Tax ist eine Steuerberatungs-Boutique mit Standorten in Karlsruhe und Baden-Baden, spezialisiert auf Immobilieninvestoren, Private Equity und Mittelstand. Das Kürzel steht für Real Estate & Private Equity Solutions; unter diesem Namen firmiert die Kanzlei seit dem Jahreswechsel 2024/25.
Für ein Haus dieser Größe ist qualifiziertes Personal der eigentliche Engpass. Wachstum hängt nicht an der Zahl der Mandate, sondern an der Zahl der Menschen, die sie betreuen können. Und die sind in der Steuer- und Prüfungsbranche knapp.
Erstens Sichtbarkeit. Wer bei einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft arbeitet, kennt die Namen der eigenen Branche — eine Karlsruher Boutique gehört meist nicht dazu. Ohne Bekanntheit in dieser Gruppe gibt es keine Bewerbungen, unabhängig davon, wie attraktiv die Stelle wäre.
Zweitens Kosten. Der übliche Weg zu dieser Zielgruppe führt über Personalberatungen. Deren Honorar bemisst sich am Jahresgehalt der besetzten Position und ist für eine Boutique, die mehrere Stellen im Jahr besetzen will, keine tragfähige Dauerlösung.
Drittens der Kanal. Fachkräfte auf dieser Ebene sind selten aktiv auf Jobsuche. Sie reagieren nicht auf Ausschreibungen, sondern auf Menschen und Themen, die ihnen im Berufsalltag begegnen. Ein Recruiting-Kanal musste also erst Aufmerksamkeit erzeugen, bevor er überhaupt eine Stelle anbieten konnte.
Der CEO als Absender. Seit 2025 bauen wir Oliver Klein als Personenmarke auf. Eine Einladung von einem Geschäftsführer, dessen Beiträge man kennt, wirkt in dieser Branche anders als eine Nachricht aus einem Unternehmensprofil. Damit ist der Kanal zugleich Recruiting-Instrument und Positionierung der Kanzlei in der Steuerwelt.
Positionierung gegen die Big Four. Der Ansatz war von Beginn an, für die nächsten zehn Jahre gezielt gegen die Big Four zu arbeiten und den Vergleich offen zu ziehen: Speedboat gegen Tanker. Die Vision von RPS Tax ist, mehrere Steuerkanzleien zusammenzubringen, Synergien untereinander zu heben und Akteure zu finden, die sich diesem Speedboat anschließen wollen. Nicht, weil sie mit der großen Karotte gelockt werden und den langen Partner-Track anstreben, sondern weil es hier viel schneller möglich ist, Partner zu werden oder sich in das Konstrukt einzubringen. In einer Branche, die sich über Jahrzehnte aufgebaut hat, polarisiert das. Genau das war beabsichtigt.
Zwei Zielgruppen, sauber getrennt. Die eine ist die Partner- und Managementebene der Big Four und der Next Ten, die andere sind Führungskräfte mittelständischer Steuerkanzleien. Beide werden getrennt angesprochen, weil sie unterschiedliche Gründe haben, sich zu verändern.
Content. Zwei Beiträge pro Woche, redaktionell recherchiert und in Olivers Sprache verfasst. Die Themen kommen aus dem Kanzleialltag, aus fachlichen Entwicklungen im Immobilien- und Private-Equity-Umfeld und aus der Frage, wie in dieser Branche gearbeitet wird: Boutique gegen Big Four, Partner-Track gegen Speedboat.
Outreach. 200 gezielte Kontaktaufnahmen pro Monat entlang der beiden Zielgruppen, jeweils mit eigenem Ansprache-Muster. Es geht dabei nicht nur um Bewerbungen. Genauso geht es um Kontakte zu Partnern und Kanzleien, die sich dem Konstrukt anschließen wollen. Und um neues Geschäft.
Ads mit kleinem Budget. Die stärksten Beiträge werden als Thought-Leader-Ads verstärkt, mit weniger als 1.000 € Budget im Monat. Weil die Zielgruppe eng definiert ist, liegt der Tausenderkontaktpreis bei rund 7 €, ein Preisniveau, das man sonst aus deutlich breiteren Aussteuerungen kennt. Die Klickrate liegt im Schnitt bei 16 Prozent und damit weit über dem, was für diese Zielgruppe üblich ist.
Partner für die Gruppe. Über den Kanal kam auch der Kontakt zu Hans-Martin Eckstein, langjähriger PwC-Partner mit Schwerpunkt internationale Steuergestaltung, der unter anderem die German Tax Group von PwC in New York geleitet hat. Er könnte gemeinsam mit RPS Tax als CEO für die Gruppe agieren.
Reporting. Jeden Monat werten wir Interaktionen, Profilbesuche und neue Vernetzungen aus, bewerten die Kontakte nach Passung zu den beiden Zielgruppen und priorisieren die relevantesten für die persönliche Ansprache.
Vorher: LinkedIn spielte im Recruiting keine Rolle. Der Zugang zu Fachkräften aus dem Umfeld der großen Prüfungsgesellschaften lief über Personalberatungen, die Kanzlei war außerhalb ihrer Region kaum sichtbar, und der eigene Auftritt zahlte weder auf Bewerbungen noch auf Positionierung ein.
Heute: Oliver Klein trägt die Marke als sichtbarer Absender in der Steuerwelt, mit einer Position, die polarisiert. Zweimal pro Woche erscheinen Beiträge, dazu laufen gezielte Kontaktaufnahmen. Die Anzeigen erreichen 1.000 Menschen aus der Zielgruppe für rund 7 € bei einer Klickrate von 16 Prozent. Aus dem Kanal kommen rund zehn qualifizierte Anfragen im Monat, dazu Kontakte zu Partnern und Kanzleien für die Gruppe.
Fazit: Der niedrige Kontaktpreis hat zwei Gründe. Die Zielgruppe ist sehr klar beschrieben. Oliver Klein ist bereit, in einem Markt zu polarisieren, der für Tabuthemen sehr empfänglich ist. Das führt zu überdurchschnittlich hoher Interaktion auf seinen Beiträgen, auf seinem Profil und auf der Anfrageseite.
Fabio Hildenbrand
Geschäftsführer, tom&lea
fabio@tomundlea.de
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