Corporate Branding

LinkedIn-Unternehmensseite erstellen: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

tom&lea Aktualisiert: Lesezeit ca. 9 Min.

Ein potenzieller Geschäftspartner oder ein talentierter Bewerber hört zufällig zum ersten Mal von deinem Unternehmen. Im nächsten Schritt folgt oft eine Suche bei Google oder die gezielte Abfrage bei einer KI. In vielen Fällen führt der Weg direkt zu deinem LinkedIn-Profil.

Oft wird die eigene Website zwar besucht, doch die Entscheidung über die Sympathie und Professionalität fällt häufig auf der Plattform, auf der echte Interaktion stattfindet. Doch während viele Entscheider bereits ein persönliches LinkedIn-Profil pflegen, bleibt das Potenzial der LinkedIn-Unternehmensseite oft ungenutzt. Dabei ist sie das digitale Flaggschiff deiner Firma. Sie ist der Ort, an dem deine Marke eine Stimme bekommt, an dem du Talente rekrutierst und an dem du Vertrauen bei potenziellen Geschäftspartnern aufbaust.

Dieser Leitfaden führt dich Schritt für Schritt durch den Prozess, wie du eine professionelle LinkedIn-Unternehmensseite erstellen kannst, und worauf du bei der strategischen Gestaltung achten solltest.

Warum eine Unternehmensseite für dein Branding essenziell ist

Ein persönliches Profil ist die Basis für dein Personal Branding, doch die LinkedIn-Unternehmensseite (Company Page) erfüllt andere, ebenso wichtige Funktionen. Sie ist der zentrale Ankerpunkt für deine Mitarbeitergewinnung (Social Recruiting), deine Lead-Generierung und deine allgemeine Markenbekanntheit.

Die Vorteile einer eigenen Unternehmensseite sind vielfältig:

  • Zentraler Informationspunkt: Kunden und Partner können sich über deine Produkte und/oder Dienstleistungen informieren, ohne die Plattform zu verlassen.
  • Mitarbeiter-Hub: Deine Angestellten können das Unternehmen in ihrem Profil verknüpfen, was die Seriosität beider Seiten erhöht.
  • Analyse-Möglichkeiten: Im Gegensatz zum persönlichen Profil bietet die Unternehmensseite detaillierte Insights darüber, wer deine Beiträge liest und wie deine Zielgruppe zusammengesetzt ist.
  • Werbemöglichkeiten: Nur über eine Unternehmensseite hast du Zugriff auf den LinkedIn Kampagnen Manager, um gezielte Werbeanzeigen (Ads) zu schalten.

Die Erstellung der Basis-Seite ist grundsätzlich kostenlos. Alles, was du benötigst, ist ein persönliches LinkedIn-Profil und die Berechtigung, im Namen deiner Firma zu handeln.

Das brauchst du vor dem Start – deine Vorbereitung

Die acht Schritte im Überblick: starten, Daten und URL, Logo und Banner, Slogan, Beschreibung, Admins, Kontakte, Basis oder Premium Schritt 1Starten Schritt 2Daten, URL Schritt 3Logo, Banner Schritt 4Slogan Schritt 5Beschreibung Schritt 6Admins Schritt 7Kontakte Schritt 8Basis, Premium

Bevor du loslegst, solltest du alle notwendigen Materialien bereitstellen. Eine unvollständig aufgebaute Seite wird von Besuchern schnell wieder verlassen.

Grafische Assets:

  • Firmenlogo: Mindestens 300 × 300 Pixel, quadratisches Format (JPG, PNG oder JPEG)
  • Bannerbild: 1.128 × 191 Pixel – deine größte Werbefläche oben auf der Seite. Nutze sie für mehr als generische Stockfotos. Zeige dein Team, dein Produkt in Aktion oder ein aktuelles Thema, das deine Branche bewegt.

Textliche Inhalte:

Slogan: Maximal 120 Zeichen. Dieser kurze Satz erscheint direkt unter deinem Firmennamen und sollte knapp zusammenfassen, was dein Unternehmen leistet. Integriere hier bereits Keywords, die dir bei der Auffindbarkeit helfen.

Unternehmensbeschreibung: Bis zu 2.000 Zeichen. Die ersten 156 Zeichen werden auch in Google-Suchergebnissen angezeigt, daher sollte dein Opening besonders überzeugend sein.

  • Website-URL, Branche, Gründungsjahr, Kontaktinformationen

Strategische Vorbereitung:

  • Wer soll die Seite besuchen? (Kunde, Partner, Arbeitgeber oder Bewerber?)
  • Was soll die Seite erreichen? (Markenbekanntheit, Lead-Generierung, Recruiting, Community-Aufbau?)
  • Welche Kennzahlen zeigen dir Erfolg? (Follower-Wachstum, Engagement-Rate, Website-Klicks, Bewerbungen?)

Mit klaren Zielen fällt dir nicht nur die Erstellung leichter, du weißt später auch, ob deine Strategie aufgeht.

Die Maße für Logo, Banner, Slogan und Beschreibung Bannerbild 1.128 × 191 Pixel Logo 300 × 300 Slogan, maximal 120 Zeichen 2.000 Zeichen Beschreibung so viel Platz hast du insgesamt 156 Zeichen zählen wirklich so viel zeigt Google in den Suchergebnissen Die Proportionen entsprechen den echten Seitenverhältnissen.

Schritt 1: Den Erstellungsprozess starten

Logge dich in dein persönliches LinkedIn-Profil ein. Oben rechts findest du neben deinem Profilbild ein Menü (meist mit „Mehr“ oder „Arbeitsplatz“ gekennzeichnet). Klicke darauf und scrolle zum unteren Ende. Dort findest du die Option „Unternehmensseite erstellen“.

LinkedIn fragt dich nun, welche Art von Seite du anlegen möchtest:

  • Unternehmen: Die Standardoption für Einzelfirmen, Mittelständler und Konzerne
  • Fokusseite: Eine spezialisierte Unterseite für einzelne Produkte, Marken oder Geschäftsbereiche
  • Bildungseinrichtung: Für Schulen und Universitäten

Schritt 2: Grundinformationen und die URL festlegen

Gib den offiziellen Namen deines Unternehmens ein, so wie du ihn verwendest. LinkedIn erstellt daraus automatisch eine URL. Diese sogenannte Vanity-URL ist wichtig: Sie sollte kurz, prägnant und leicht zu merken sein, etwa linkedin.com/company/deinunternehmen.

In diesem Schritt trägst du auch ein:

  • Die URL deiner Website
  • Deine Branche (wähle die Option, die deinem Geschäftsfeld am nächsten kommt)
  • Die Unternehmensgröße (Selbstständig, 2–10, 11–50 Mitarbeitende usw.)

Überprüfe alle Angaben sorgfältig. Sie sind später nicht einfach zu ändern und prägen den ersten Eindruck.

Schritt 3: Visuelle Gestaltung – Logo und Bannerbild hochladen

Lade dein Firmenlogo hoch. Es sollte auf allen Geräten klar erkennbar sein, denk daran, dass kleinere Details auf mobilen Displays verschwinden könnten. Nutze ein PNG-Format mit transparentem Hintergrund, falls möglich.

Das Bannerbild ist deine größte kreative Fläche. Viele Unternehmen nutzen hier generische Businessfotos, die nicht auffallen. Wähle besser ein Bild, das deine Unternehmenskultur oder dein Angebot authentisch darstellt. Das kann ein Foto deines Teams sein, dein Produkt in Aktion oder ein visuell ansprechender Sachtext zu einem Thema, das in deiner Branche relevant ist. Achte darauf, dass Logo und Bannerbild farblich harmonieren. Die Kombination prägt den visuellen Eindruck deiner Seite.

Schritt 4: Slogan verfassen

Unter deinem Firmennamen erscheint dein Slogan. Er hat zwei Funktionen: Er soll Menschen sofort verstehen lassen, was dein Unternehmen anbietet, und er hilft LinkedIn und Google, deine Seite richtig zu kategorisieren.

Nutze die vollen 120 Zeichen. Ein Beispiel könnte lauten: „B2B SaaS-Lösung für HR-Teams | Personalprozesse automatisieren und Zeit sparen“ statt nur „HR-Software“.

Der Slogan sollte:

  • Dein wichtigstes Angebot klar benennen
  • Deine Zielgruppe ansprechen
  • Wenn möglich, ein Nutzenversprechung enthalten

Schritt 5: Deine Unternehmensbeschreibung schreiben

Du hast bis zu 2.000 Zeichen für deine Beschreibung. Damit du hier einen prägnanten Text verfassen kannst, hilft es, folgende Fragen zu beantworten:

Was macht dein Unternehmen wirklich? Sei konkret. „Wir helfen HR“ ist zu vage. „Wir automatisieren Bewerbungsprozesse für Mittelständler und reduzieren damit Recruitingzeiten um bis zu 60 Prozent“ ist aussagekräftig.

Welches Problem löst du? Menschen kaufen keine Features, sie kaufen Lösungen. Wenn du ERP-Software anbietest, ist die Lösung nicht die Software selbst, sondern die Eliminierung manueller Prozessfehler und die Zeitersparnis.

Was unterscheidet dich? In deiner Branche gibt es Wettbewerb. Was ist deine Besonderheit? Vielleicht dein Support, deine Technologie, dein Ansatz oder deine Werte.

Wer sind deine Kunden/Partner? Benenne deine Zielgruppe konkret. Nicht „kleine und mittlere Unternehmen“, sondern „inhabergeführte Maschinenbauunternehmen mit 50 bis 200 Mitarbeitern“.

Was sind deine Werte? Nenne 2 bis 3 Kernwerte, die dein Handeln leiten. Sie schaffen Vertrauen und ziehen ähnlich gesinnte Menschen an.

Die ersten 156 Zeichen sind besonders wichtig, denn sie werden auch in den Google-Suchergebnissen angezeigt. Beginne also direkt mit deiner stärksten Botschaft.

Das könnte zum Beispiel so aussehen:

„Wir automatisieren Personalprozesse für Mittelständler und entlasten HR. Mit unserer KI-gestützten Lösung sparen unsere Kunden durchschnittlich 40 % Recruitingzeit ein.“

Schritt 6: Administrator-Rollen klar verteilen

Falls mehrere Personen deine Seite betreuen, definiere klare Rollen:

  • Super-Admin: Volle Kontrolle, kann andere Admins ernennen oder die Seite löschen. Idealerweise ist das nur eine Person.
  • Content-Admin: Darf Beiträge erstellen und bearbeiten, hat aber keinen Zugriff auf Einstellungen und Analyse-Daten. Gut für dein Marketing-Team.
  • Analyst: Kann nur Daten und Reports einsehen. Perfekt für externe Agenturen oder Analytics-Spezialisten.
  • Sponsored-Content-Poster: Diese Rolle wird notwendig, wenn mit bezahlter Werbung gearbeitet wird. Sie erlaubt die Erstellung und Verwaltung der Sponsored Posts und Ads über den Kampagnen-Manager.
Die vier Administrator-Rollen nach Umfang ihrer Rechte Super-Admin volle Kontrolle, ernennt weitere Admins Content-Admin erstellt und bearbeitet Beiträge Sponsored-Content-Poster nur für Werbung Analyst sieht nur Daten und Reports

Schritt 7: Kontakte strategisch einladen

LinkedIn erlaubt dir, bis zu 250 deiner persönlichen Kontakte pro Monat einzuladen, deiner Seite zu folgen. Das ist sinnvoll für den Start, muss aber strategisch erfolgen.

Lade nicht blind alle ein. Wähle gezielt:

  • Geschäftspartner und Kunden
  • Arbeitgeber deiner Branche
  • Branchenkollegen und Netzwerkpartner
  • Ehemalige Kollegen

Persönlichere Nachrichten statt Standard-Einladungen haben höhere Annahmequoten.

Schritt 8: Kostenlos oder Premium?

Die Basis-Unternehmensseite ist kostenlos. Allerdings bietet LinkedIn auch einen Premium-Unternehmensaccount an.

Kostenlose LinkedIn-Unternehmensseite (Basis)

Die kostenlose Seite ist für die meisten Unternehmen ausreichend, um eine erste Präsenz aufzubauen. Hier hast du folgende Features:

  • Seitenaufbau: Erstellen eines Unternehmensprofils, Logo, Banner, Slogan.
  • Content-Marketing: Posten von Beiträgen (Text, Bilder, Videos), Erstellen von Artikeln.
  • Engagement: Interaktion mit Beiträgen über Kommentare und Reaktionen.
  • Analytics (Basis): Einblicke in Follower-Demografien und Engagement-Raten (eingeschränkt).
  • Jobanzeigen: Veröffentlichen von Jobangeboten.

LinkedIn Premium-Unternehmensseite

Die Premium-Unternehmensseite bietet spezialisierte Tools, um das Wachstum zu beschleunigen und den ROI durch höhere Sichtbarkeit zu steigern:

  • Profil-Besucher: Sehen, wer die Unternehmensseite besucht hat, um potenzielle Leads zu identifizieren.
  • Automatische Einladungen: Personen, die mit deinen Inhalten interagieren, werden automatisch zum Folgen eingeladen.
  • Erweiterte Seitenanpassung: Einbinden von dynamischen Titelbildern (Slideshows) und das Anpinnen von Kundenreferenzen (Testimonials).
  • Premium-Badge: Ein „Premium“-Symbol auf der Seite signalisiert Professionalität.
  • Konkurrenzanalyse: Einblicke in die Performance von Wettbewerberseiten und deren Top-Beiträge.
  • Exklusive Vorteile: Bevorzugte Platzierung in Suchergebnissen und Empfehlungen.

Die kostenlose Version reicht häufig aus, aber wenn Lead-Generierung oder Recruiting deine Hauptziele sind, lohnt sich Premium.

Die kostenlose Unternehmensseite gegenüber der Premium-Seite Kostenlos (Basis) Premium Seitenaufbau und Logo Beiträge in allen Formaten Interaktion als Unternehmen Analytics in der Basis Jobanzeigen Reicht für die meisten Unternehmen aus Profil-Besucher sehen Automatische Einladungen Erweiterte Seitenanpassung Premium-Badge Konkurrenzanalyse Lohnt, wenn Leadgenerierung im Vordergrund steht

Der erste Content

Deine Seite ist live. Jetzt wird es Zeit, sie zu füllen. Vermeide den Fehler, deine LinkedIn-Unternehmensseite als Archiv für Pressemitteilungen zu nutzen oder sie nur „plump“ mit Werbung für deine Angebote zu füllen.

LinkedIn-Nutzer suchen nach:

  • Einblicke in deine Branche: Was bewegt sich gerade? Welche neuen Entwicklungen gibt es?
  • Praktischem Wissen: Tipps, die sie direkt umsetzen können.
  • Authentizität: Wie wird hier gearbeitet? Wer sind die Köpfe?

Formate, die gut funktionieren:

  • Artikel & Insights: Nutze LinkedIn Artikel, um dein Expertenwissen zu teilen.
  • Video: Kurze Clips (30 bis 90 Sekunden) zum Unternehmen, zu Tipps oder Behind-the-Scenes.
  • Slideshows: Mehrere Bilder oder ein hochgeladenes PDF in Karussell-Form gibt einen guten Überblick zu einem Thema.
  • Mitarbeiter-Stories: „Das ist Sarah, unsere Lead-Entwicklerin und …“

Die Frequenz: 1- bis 2-mal pro Woche ist ein guter Start.

Mitarbeitende als Multiplikatoren aktivieren

Deine Mitarbeitenden haben zusammen oft mehr Follower als deine Unternehmensseite. Wenn sie die Beiträge der Company Page teilen, erreichen diese Inhalte ein vielfaches Publikum.

Ermutige dein Team:

  • Posts von der Unternehmensseite zu teilen und zu kommentieren
  • Die Unternehmensseite in ihren Posts zu verlinken, wenn es zum Thema passt
  • Bei anderen Nutzern in den Beiträgen zu kommentieren und wenn passend auf die Unternehmensseite hinzuweisen.

Analytics: Messen, was zählt

In deinem Company Page Dashboard findest du detaillierte Daten:

  • Visitor-Insights: Aus welchen Branchen und Rollen kommen Besucher? Das verrät dir, ob du die richtige Zielgruppe erreichst.
  • Follower-Wachstum: Wie schnell wächst deine Community?
  • Post-Performance: Welche Formate, Inhalte und Tageszeiten funktionieren?
  • Click-Through-Rate: Wie viele klicken auf deine Website oder andere Links?

Setze dir konkrete KPIs (z. B. „50 neue Follower pro Monat“ oder „5 qualifizierte Leads pro Monat“) und überprüfe diese regelmäßig. So erkennst du schnell, was funktioniert und wo du nachjustieren musst.

Häufige Fehler, die du vermeiden solltest

Die LinkedIn-Unternehmensseite erstellen, komplett ausfüllen und dann vergessen. Erfolg kommt nur durch kontinuierliche Inhalte.

  • Generische Texte und Bilder: Deine Seite sieht aus wie die von 100 anderen? Das ist nicht überzeugend.
  • Nur zu verkaufen: Beiträge, die ständig zum Kaufen auffordern, werden von LinkedIn benachteiligt.
  • Keine Interaktion: Wenn jemand kommentiert, antworte innerhalb von 24 Stunden.
  • Die Zielgruppe ignorieren: Analysiere deine Besucher. Wenn dich vor allem HR-Manager besuchen, aber du postest nur über technische Updates, verpasst du Chancen.

Eine professionell gestaltete LinkedIn-Unternehmensseite zu erstellen ist die Basis deiner B2B-Sichtbarkeit. Doch zwischen dem Aufbau und dem Erfolg liegt die Strategie, und die ist komplex. Welche Inhalte ziehen deine Zielgruppe an? Wie bringst du dein Team zur aktiven Teilnahme? Wie misst du, ob deine Strategie funktioniert?

Wir möchten dich gerne kennenlernen.

In Vorbereitung auf unser Gespräch analysieren wir dein individuelles Potenzial auf dem Kanal LinkedIn und zeigen dir auf, ob und wie sich LinkedIn für dich lohnen kann.

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